|
Am Beginn eines neuen Jahres, wünsche ich Ihnen alles Gute. Alles Gute, das sagt sich so leicht.
einer meiner Lehrer hat geraten: »Wünschen Sie nicht alles Gute, sondern viel Gutes, so viel Gutes, wie die Menschen vertragen können.
Aber was wünsche ich eigentlich, wenn ich Ihnen viel Gutes wünsche, was meine ich damit?
In Karnburg bei Maria Saal befindet sich die älteste Kirche Kärntens. Darin eine Tür aus karolingischer Zeit. Über der Tür eine in Stein gehauene segnende Hand. Die Hand Gottes über unseren Ausgängen und Eingängen, sein Segen über unserem Weggehen und Heimkommen
Ich mag diese Hand. Sie erinnert mich an meine Kindheit und Jugend:
Wenn ich von daheim fortging, zeichnete mir die Mutter mit ihrer Hand ein Kreuz auf die Stirn.
In dieser lautlosen Geste war alles Wünschen zusammengefasst.
In einem über zweitausend Jahre alten Geleitwort aus dem Buch Deuteronomium (28, 3ff übersetzt von Martin Buber) heisst es:
Gesegnet Du in der Stadt
Gesegnet Du auf dem Feld
Gesegnet
Die Frucht Deines Leibes
Die Frucht Deines Bodens
Die Frucht Deines Viehs
Der Wurf Deiner Rinder, die Brüste Deiner Schafe
Gesegnet Deine Mulde und Dein Backtrog
Gesegnet Du bei Deiner Ankunft
Gesegnet Du bei Deiner Ausfahrt
Arnold Mettnitzer
|