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2008 |
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25. 12. 2008
18:47 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
aus Karnburg in Kärnten
"Die segnende Hand"
Der Herr sei vor Dir,
um Dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben Dir,
um Dich in die Arme zu schließen
und Dich zu schützen.
Der Herr sei hinter Dir,
um Dich zu bewahren
vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter Dir,
um Dich aufzufangen, wenn Du fällst,
und Dich aus der Schlinge zu ziehen.
Der Herr sei in Dir,
um Dich zu trösten,
wenn Du traurig bist.
Der Herr sei um Dich herum,
um Dich zu verteidigen,
wenn andere über Dich herfallen.
Der Herr sei über Dir,
um Dich zu segnen.
So segne Dich der gütige Gott.
Segen von Sedulius Caelius, einem lateinischen Dichter,
der im 5. Jahrhundert in Achaia lebte und wirkte.
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21. 12. 2008
12:30 Uhr |
Orientierung | ORF 2
Psychotherapie und Seelsorge gehören seit der Antike zusammen, erinnert Arnold Mettnitzer in seinem Buch „Couch und Altar“. Das Verbindende aber ist in Vergessenheit geraten und erst durch Freuds Wiederentdeckung des Unbewussten erneut sichtbar geworden. Der Autor, ehemals römisch-katholischer Pfarrer, heute Therapeut, möchte die Gräben zwischen Psychoanalyse und Religion überwinden helfen. „Der Ton macht die Musik“, sagt er und weist auf eine gemeinsame Kulturgeschichte hin. Die helfende Stimme – das, was sich zwischen den Zeilen für den Notleidenden und Zerrissenen mitteilt, darauf komme es an, erklärt Arnold Mettnitzer – auch im Konflikt zwischen Couch und Altar.
Bericht: Katrin Mackowski |
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8. 12. 2008
18:46 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
„Platschiken-Platschaken“
„In
Maria Wörth wurde der große Frauentag gefeiert.
Schiffe kamen von allen Seiten herangefahren und brachten
Andächtige aus nah und fern, die an dem Umgang teilnehmen
wollten. Nur ein armer Halterbub drüben in Pritschitz
musste zu hause bleiben und die Kühe hüten, da
er weder Schuhe noch Kleider besaß, um an dem Feste
teilnehmen zu können. Traurig stand er auf der Weide
und sah hin nach Maria Wörth. Er sah schon die Prozession
ziehen und hörte das Beten der Menge, das zu ihm herklang
wie „Platschiken-Platschaken“.
Der Bub fühlte große Sehnsucht, auch hin zur
Mutter Gottes zu kommen. Er eilte zum See, faltete in inniger
Andacht die Hände und, das Geräusch des herklingenden
Gebetes nachahmend, schritt er aus und ging hin über
das Wasser. In Maria Wörth sahen Pfarrer und Andächtige
das Kind über den See herkommen. Sie eilten zum Ufer,
um das Wunder in der Nähe zu sehen. Da hörten
sie zu ihrem Erstaunen, wie das Kind in inniger Andacht
„Platschiken-Platschaken“ sagte.
‚Kind’, sprach der Pfarrer, ‚was sagst
du da? Das ist ja kein Gebet. So betet man nicht.’
Und er lehrte es die Worte eines Gebetes.
‚Jetzt, mein Kind, kehre zurück und sprich, was
du von mir gelernt.’
Folgsam ging der Knabe wieder auf das Wasser und sprach
das gelernte Gebet. Bald darauf war er in den Wellen verschwunden.“
Georg Graber, "Sagen und
Märchen aus Kärnten", Leykam-Verlag, Graz,
1935 und 1944 |
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2. 11. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
„Stirb oder schreib“
Am Grab von Josef Winklers Vater in Kamering aus Anlass der Verleihung des Georg Büchner-Preises an Josef Winkler |
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24.10.2008
19:30 Uhr |
LiteraturPur - Arnold Mettnitzer
der Autor liest aus "Couch & Altar"
Schloss Porcia, Ortenburgerkeller
Burgplatz 1
9800 Spittal an der Drau
info: obernosterer@spittal-drau.at
Eintritt/Person: EUR 4,00 | 7,00 (Ermäßigung: Schüler, Studenten, Pensionisten) |
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19. 10. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
17.10.: 35. TT
Ingeborg Bachmann
Am Grab in Klagenfurt Annabichl
„die geglückte Zeit ist die Herzzeit“ |
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| 17. 10. 2008 |
Seminarnachmittag im Kulturhaus Treibach-Althofen
für Eltern und Lehrer zum Thema
"Vom Baum der Erkenntnis in die Konservenfabrik der Zivilisation"
Erwin Ringel – "Wir erschrecken…
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14. 10. 2008
19:00 Uhr |
Verlag Styria, Bezirksvorstehung Josefstadt und Facultas Dombuchhandlung
bitten zur Präsentation des Buches von Arnold Mettnitzer
COUCH & ALTAR
Erfahrungen aus Psychotherapie und Seelsorge

Dienstag, 14. Oktober 2008, 19.00 Uhr
Trauungssaal des Amtshauses für den 8. Bezirk, Schlesingerplatz 4, 1080 Wien
Der Mensch hört nicht beim Hirn auf …
Arnold Mettnitzer im Gespräch mit Michael Musalek
(Ärztlicher Direktor des Anton-Proksch-Institutes in Wien-Kalksburg und
Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie)
Wein & Brot
u.A.w.g.
Dr. Barbara Brunner, Presse Verlagsgruppe Styria, Kirchenstr.9, 5081 Anif-Niederalm
Tel.: 06246-73 955, Fax: 77 308, Mobil: 0664-32 65 977
presse@verlagsgruppestyria.at od. barbara.brunner@verlagsgruppestyria.at |
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21. 9. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
Zum 25. Todestag von Friedrich Heer (19. 9.)
Eine Freundin sagt über ihn:
Friedrich Heer war nicht barmherzig, sondern voll Erbarmen, von unglaublicher Menschlichkeit.
Mit einem schizophrenen Freund immer wieder eine halbe Stunde durch den Garten spaziert und an seinen Gedanken interessiert…
Josef, der leibliche Vater des jungen Juden aus Nazareth…
„Wir haben . . . Europa als ein Kampfgespräch
vieler Gegensätze zu begreifen . . .“
„Geist ist die gefährlichste Sache,
die es gibt.“
Friedrich Heer |
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6. 7. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
Zum 60. Todestag (5. 7.) von Georges Bernanos
Tagebuch eines Landpfarrers, 1936, auch verfilmt
„Seine Freude in der Freude des anderen finden können, das ist das Geheimnis des Glücks.“ (Georges Bernanos)
Sein „Tagebuch eines Landpfarrers“ habe ich als Student wohl deshalb gelesen, weil ich dabei an meinen Heimatpfarrer Franz Turbing (1899-1962) denken musste; ein gütiger, stiller Mann, der zu Besuch kam, von meiner Mutter bewirtet wurde und durch sein Kommen Atmosphäre verwandelte. So einer wie er wollte ich auch einmal werden, das war mir schon mit drei Jahren „klar“…
Und das trifft sich mit Georges Bernanos ‘Tagebuch eines Landpfarrers‘. Ihn interessiert die Spannung von Gut und Böse und das zieht sich durch sein literarisches Werk. Das Böse allerdings ist für Bernanosnicht in erster Linie, was getan wird, sondern das, was unterlassen wird. In der Gleichgültigkeit artikuliert sich das Böse im Alltag. Ein Landpfarrer, der nicht darauf wartet, dass seine Gläubigen ihn suchen, der sich vielmehr auf die Suche nach ihnen begibt, der Anteil nimmt an ihrem Leben, das ist ein therapeutisches Erfolgsrezept auch heute noch. |
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29. 6. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
2 Kor 1,24
„Es ist ja nicht so, dass wir über euren Glauben Herr sein wollen.
Nein: Werkgenossen sind wir an eurer Freude!“
(Übersetzung nach Friedolin Stier)
Werner Hofmeisters Ikonen „Petrus und Paulus“
Der Künstler nimmt den beiden nicht das Gesicht weg. Er ordnet ihnen nur keines zu und ersetzt ihr Gesicht jeweils durch eine monochrome Fläche in roter und in blauer Farbe. Rot für das Feuer, Blau für das Wasser, Rot für die Höhe und Blau für die Tiefe… |
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24. 5. 2008
16:30 Uhr |
Goldegger Dialoge "Werte, Wandel und das Glück"
ABSCHLUSSVORTRAG Arnold METTNITZER, Wien
"Glück zwischen Vertröstung und Exzess"
www.schlossgoldegg.at/dialoge |
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22. 5. 2008
21:00 Uhr |
Goldegger Dialoge "Werte, Wandel und das Glück"
PODIUMSGESPRÄCH
mit Joachim BAUER, Arnold METTNITZER und Ursula NUBER
"Wie ´Das Böse´in die Welt kam - Gibt es ein Paradies?"
www.schlossgoldegg.at/dialoge |
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16. 5. 2008
19:30 Uhr |
Eröffnungsvortrag im Rahmen der XVI. Österreichischen Qiaong-Tage
"Im Anfang war der Klang"
Benediktinerstift St. Lambrecht in der Steiermark |
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14. 5. 2008
19:15 Uhr |
Wirtschaftskammer Wien/Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien
Impulsvortrag "Wirtschaft und Ethik: ein Widerspruch? Wo bleibt der Mensch?"
1030 Wien, Lothringerstraße 20
im großen Saal des Wiener Konzerthauses |
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13. – 17. 5. 2008
6:57 |
Ö1
Gedanken für den Tag
"Frischer Wind für meine Seele" |
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12. 5. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
Zum Verwechseln ähnlich
Gott hauchte den Lehm an,
und es wurde der Mensch.
Und Gott sagte:
Mensch! Du bist mein Bild,
mir aus dem Gesicht geschnitten.
Und das ist deine Würde -
Sie ist göttlich! Mensch!
Und der Mensch sah sich an:
Und im Spiegel sah er sein Gesicht
und er fand, es genüge nicht,
Gott zum Verwechseln ähnlich zu sein.
Und er ging hin und legte sich
Würden zu,
selbstgemachte Ämter und Aufgaben
und er fügte Titel an Titel,
und seine Schultern konnten die Last kaum tragen.
Und er wuchs und wuchs
und machte Karriere.
Und als Gott seinem Ebenbild
wieder begegnen wollte,
fand er es nicht wieder
unter all den Gewändern des Aufstiegs
und der selbsternannten Größe.
Da verließ Gott seinen Himmel
und begann den Menschen
zu suchen.
aus: Wilhelm Bruners, Verabschiede die Nacht
Klens Verlag, Düsseldorf 1999, S.16 |
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11. 5. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
„Komm herab, Du heiliger Geist,
der die dunkle Welt zerreißt,
strahle Licht in unsre Welt!“
Pfingstsequenz
Kunst in meinen Lebensräumen ist frischer Wind für meine Seele, ein Hauch von Heiligem Geist im Alltag.
In meiner Praxis hängt ein farbkräftiges Bild:
Orange. Rot. Grün. Gelb. Blau. Lila. Schwarz:
Ich sehe darin ein Sinnbild für jeden erlebten neuen Tag - von der Morgenröte bis zum Abendrot, vom Zauber des Anfangs bis zum Dunkel der Nacht.
Ich sehe darin aber auch die Farben des Lebens vom zärtlichen Anfang bis zur dunklen Spur des Todes…
Ich sehe in diesem farbenfrohen Bild ein Symbol für alle Menschen, die mit ihren unterschiedlichen Fragen und Sorgen meine Praxis aufsuchen.
Und in diesen Tagen ist mir das Bild der Inbegriff dessen, was mit Pfingsten gemeint sein könnte:
In einer Großstadt, so wird berichtet, treffen Menschen aufeinander: Alle sind Ausländer. Aber das tut nichts zur Sache, denn: Jeder Mensch ist Ausländer – fast überall. Da kommen also Menschen zusammen aus den verschiedensten Himmelsrichtungen und aus unterschiedlichsten Gründen: Jeder mit seiner unverwechselbaren Farbe, mit seiner ganz persönlichen Sehnsucht, mit dem einzigartigen Klang seiner Stimme: Ihnen allen wird mit einem Male bewusst: Fremde sind willkommen. Verstehen ist möglich. Unterschiede machen lebendig. Leben ist bunt. |
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8. 5. 2008
19:15 Uhr |
Vortrag im Rahmen des Internationalen Tag der Krankenpflege – "Lange Nacht der Pflege"
„Wie sich die Seele wohl fühlt?! Anregungen zu Gesundheit und Lebensqualität“
BORG Bad Radkersburg
Neubaustraße 9, 8490 Bad Radkersburg |
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8. 5. 2008
14:00 –15:30 Uhr |
"Ethik und Werte"
AFS Bad Aussee
Lindner Hotel & Spa - Die Wasnerin
Sommersbergseestraße 19
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1. 5. 2008
19 – 22 Uhr |
pfingstART 2008
Aufführung von „Bericht an eine Akademie“(Franz Kafka) - Raimund Wuzrwallner
Lesung Thomas Glavinic
anschließend Arnold Mettnitzer im Gespräch mit Thomas Glavinic
Kulturkeller am Weizberg
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24.3. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
Ostergeschichten sind paradox, geheimnisvoll und dadurch lebendig
„Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete?“
(Lk 24, 13-35)
Resigniert gehen zwei Jünger von Jerusalem nach Emmaus.
Ein Fremder gesellt sich zu ihnen. Sie kommen im Weitergehen mit ihm ins Gespräch.
In Emmaus angekommen macht er Anstalten weiterzugehen und sie drängen ihn, bei Ihnen zu bleiben.
Sie essen miteinander und während des Mahles erkennen die beiden den geheimnisvollen Fremden, der ihnen schlagartig vertraut wird und – eh sie es fassen können – auch wieder entschwindet.
Zwei Aspekte dieser Ostergeschichte sind für mich bedeutsam:
Weggemeinschaft – Erzählgemeinschaft – Mahlgemeinschaft: Menschliches Miteinander trägt diese Sozialstruktur in sich. Dabei werden wir einander vertraut, bleiben dabei aber doch auch immer noch undurchschaubar und geheimnisvoll.
Aus der Resignation wächst ein neuer Aufbruch: Die beiden Freunde gehen von Jerusalem nach Hause, weil sich die Sache mit Jesus zerschlagen hat. Und die beiden, die zuvor noch dem geheimnisvollen Fremden erklärt hatten, dass es besser wäre, bei Einbruch der Dunkelheit einzukehren, brechen in der selben Nacht noch auf und gehen zurück nach Jerusalem, um ihren Freunden zu erzählen, was sie unterwegs erleben konnten … |
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23.3. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
Die Ostergeschichten sind paradox, geheimnisvoll und dadurch lebendig.
„Halte mich nicht fest!“
Joh 20, 11-18
Maria von Mágdala geht zum Grab, sucht „meinen Herrn“ und findet ihn nicht.
Sie fragt den Gärtner, ob er wisse, wo sie den Leichnam hingelegt haben.
Der Gärtner spricht sie mit ihrem Vornamen „Maria“ an und sie erkennt im Gärtner den Gesuchten.
Die Bibel sagt: Im Anfang war das Wort!
Diese Geschichte sagt: Im Anfang war der Klang!
Es ist die Stimme unser intimstes Erkennungsmerkmal, ein Fingerabdruck unserer Seele.
„Die menschliche Stimme ist die Hauptweise, in der der Mensch sein Interesse kundtut, was er ist, das legt er in die Stimme“, sagt Friedrich Hegel.
Stimme bestimmt.
Stimme bestimmt die Stimmung.
Stimme ist immer original.
Stimme ist unsere unverwechselbare Visitenkarte:
Es klopft und du fragst: „wer ist draußen?“…
„Ich“, sagt jemand!
„Ah, Du!“, sagst du und öffnest die Tür …
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3. 2. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
Unbesiegbar ist,
wer über sich selbst und die Welt lächeln kann.
Ich habe es jahrelang nicht verstehen können,
dass mir in der Bergpredigt geraten wird,
mich über Beschimpfung und Verfolgung zu „freuen“ und zu „jubeln“,
weil der Lohn im Himmel dafür groß sein wird:
„Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt
und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt:
Euer Lohn im Himmel wird groß sein.“
Mt 5, 11-12
Ist das nicht billiger Trost?
Ist das nicht geradezu „lässige“ Vertröstung?
Irgendwann bin ich dann - vor Jahren - auf ein Gedicht von Christa Reinig gestoßen.
und nach seiner Lektüre hat sich für mich eine ganz andere Sichtweise aufgetan:
Die Prüfung des Lächlers
für meine mutter,
die dem lächler das haupt gehalten hat.
als ihm die luft wegblieb, hat er gelächelt
da hat sein feind ihm kühlung zugefächelt
er lächelte, als er zu eis gefror
der feind rückt ihm die bank ans ofenrohr
er lächelte auch, als man ihn bespuckte
und als er brei aus kuhmist schluckte
er lächelte, als man ihn fester schnürte
und er am hals die klinge spürte
doch als man ihm nach einem wuchtigen tritt
die lippen rundum von den zähnen schnitt
sah man ihn an, erst ratlos, dann erstarrt
wie er im lächeln unentwegt verharrt.
Christa Reinig
Aus:
Frankfurter Anthologie. Gedichte und Interpretationen.
Herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Marcel Reich-Ranicki,
dritte Auflage 1977, Seite 219
Dieses Gedicht beschreibt einen Menschen, der lächelt,
über die Welt, über die Feinde, über sich selbst; einen Menschen, der rätselhaft lächelt
und dem man das Lächeln nicht wegnehmen kann, auch nicht in der Tortur.
Dieses Gedicht von Christa Reinig, das ein konkretes, wenn auch zeitloses Ereignis aufschreibt,
weist darüber hinaus in ein politisches oder theologisches Gleichnis.
Glaube, der von innen kommt, kann so stark und überzeugend sein, dass er den andern, den Feind, verändert;
das weiche Wasser besiegt den harten Stein; der Schwache besiegt den Tyrannen…
(vgl. dazu: Horst Bienek, Lächeln über die Welt und über sich selbst, a.o.a.O., 220)
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20. 1. 2008
18:20 Uhr

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Was ich Glaube | ORF 2
Georg Baselitz zum 70. Geburtstag am 21.01.2007
ES ISTMANCHMALHILFREICH,
DIE DINGE AUF DEN KOPF ZU STELLEN,
UM SIE MIT NEUEN AUGEN SEHEN ZU KÖNNEN!
Morgen feiert Georg Baselitz, ein Künstler, der die moderne Malerei nach 1960 wesentlich mitgeprägt hat, seinen 70. Geburtstag.
Weltberühmt wurde er in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts durch seine Bilder, die auf dem Kopf stehen.
z.B: „Der Wald, der auf dem Kopfsteht“
Damit betont der Künstler die Eigenständigkeit der Malerei gegenüber der wahrgenommenen Wirklichkeit.
Wenn ich mir diese Bilder vor Augen halte, denke ich an eine ähnliche Bewegung in der Literatur:
P. Handke hat in seinen „Antitexten“ Biblische Zitate sprachlich verkehrt und dadurch eine völlig neue Wahrnehmungprovoziert.
z. B. durch den Satz: „Was nützt es einem Menschen, wenn er seine Seele gewinnt, an der Welt aber Schaden leidet?“
Man hört diesen Satz zunächst mit leichter Irritation und geht dann auf die Suche nach dem biblischen Original…
Bei Predigten habe ich das gelegentlich ausprobiert und so begonnen:
„Jesus hat gesagt: ‚Nicht die Kranken brauchen den Arzt, sondern die Gesunden!“
Allein der Satz „Jesus hat gesagt“ genügt oft, um uns in Sicherheit zu wähnen und Bescheid zu wissen
Ein Jugendlicher hat den Lesungstext bei einem Gottesdienst so gestaltet:
Statt: „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller …“
Hat er gelesen: „Kein Herr, kein Glaube, keine Taufe, kein Gott und Vater aller…“
Er hat so einige völlig durcheinander gebracht und andere aufgeweckt, weil sie seine kecke Inszenierung „verschlafen“ haben….
Wie gesagt:
ES ISTMANCHMALHILFREICH,
DIE DINGE AUF DEN KOPF ZU STELLEN,
UM SIE MIT NEUEN AUGEN SEHEN ZU KÖNNEN! |
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18. 1. 2008
19:30 Uhr
- 19. 1.
17:00 Uhr |
VERSÖHNUNG - BEGEGNUNG IN AUGENHÖHE
Seit der Entdeckung der Spiegelneuronen wird uns durch die Gehirnforschung bestätigt, dass der Mensch von Natur aus auf soziale Interaktion angelegt ist und angewiesen bleibt. Das ist für Menschen vor allem auch dann relevant, wenn sie aneinander „schuldig“ geworden sind.
Seelische Störungen haben sehr oft in sozialer Nicht-Akzeptanz und menschlicher Isolation ihren wesentlichen Grund. An der Wurzel psychosomatischer Störungen und schwerer körperlicher Erkrankungen steht nicht selten eine strikte „Unversöhnbarkeit“ und das rigorose Ablehnen einer zur Versöhnung ausgestreckten Hand. Der Satz „Dieser Mensch ist für mich gestorben!“ trägt in diesem Kontext eine gefährliche selbstschädigende Dynamik in sich…
Heilung aus solcher Not setzt die Wiederaufnahme von „stimmigen“ Beziehungen voraus. Wie aber solche Beziehungen gestalten, wenn Menschen tiefe Abgründe trennen, wenn Versöhnung zunächst unmöglich scheint?
Das Seminar nähert sich dieser komplexen Thematik unter Berücksichtigung neuester Ergebnisse der Gehirnforschung aus psychotherapeutischer und biblischer Sicht.
Bildungshaus
Sodalitas
9121 Tainach |
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