von Arnold Mettnitzer | 18.01.2026 | KLEINE ZEITUNG
Ich mache dich zum Licht. Jes 49,6
Unsere Welt steht im Umbruch. Die Stärke des Rechts wird durch das Recht des Stärkeren bedroht. Wer die Macht hat, nimmt sich, was ihm gefällt. Diplomatische Einwände dagegen werden milde belächelt. Schon Papst Franziskus hat diese Zeit nicht als Epoche des Wandels, sondern als „Epochenwandel“ begriffen, in dem es kaum vorstellbar ist, dass ein einzelner Mensch hier etwas auszurichten vermag. Und doch vertraue ich dem Volksmund, überzeugt davon, dass es besser ist, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen. Darum halte ich gerne Ausschau nach Perspektiven der Ermutigung und reiche sie weiter, wie auch jetzt, indem ich von der Philosophin Thea Dorn erzähle, für die Zuversicht eine Tugend ist, die wie ein Muskel ordentlich trainiert werden muss, um sie in sich als Kraft zu spüren und an andere weitergeben zu können. So trainierte Zuversicht steckt an und motiviert gegen „anonyme Apokalyptiker“, deren Kompetenz darin zu bestehen scheint, immer und überall den Teufel an die Wand zu malen. Zuversicht dagegen ist das Licht, das uns trotz finsterster Prognosen nicht verzweifeln lässt.
Arnold Mettnitzer, Theologe und Psychotherapeut